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Archiv-Übersicht     Angebot Nr. 12856

Angebotsdatum: 28. Mai 2018
Art der Stelle: Doktorarbeit
Fachgebiet: Humanmedizin > HNO
Titel des Themas: Tierexperimentelle Untersuchung von gemeinsamen Pathomechanismen für Hör- und Gleichgewichtsstörungen

Institut: Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Adresse:
Prof. Friedrich Ihler
Marchioninistraße 15
81377 München
Tel.: +4989440072871   Fax.:
Bundesland: Bayern
Homepage:
E-Mail Kontakt: mail

Beschreibung: Das Deutsche Schwindel- und Gleichgewichtszentrum ist eine interdisziplinär und translational ausgerichtete Institution, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Im Rahmen der Besetzung einer W2-Professur für klinische und experimentelle Neurootologie wird eine Arbeitsgruppe für die experimentelle Erforschung des peripheren Hör- und Gleichgewichtsorgans aufgebaut.
Dabei ist nun eine Doktorandenstelle zu besetzen, deren Ziel die Durchführung dieses Promotionsprojekts ist.

Hörstörungen werden häufig als Begleiterkrankung bei Patienten mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen beschrieben. Ein umfassendes Verständnis der Pathophysiologie Daten fehlt jedoch bislang. Mit experimentellen Tiermodellen soll im vorliegenden Projekt daher das mechanistische Verständnis verbessert werden. In der Ratte können dazu experimentelle Schädigungen des Innenohres eingesetzt werden, um vergleichend die Auswirkungen auf Hörvermögen und Gleichgewichtsfunktion zu untersuchen.
Ein hierzu etabliertes Verfahren ist die chemische Labyrinthektomie des Innenohrs von Nagetieren. Bei der Untersuchung dieses Modells soll im vorliegenden Projekt das Ausmaß einer modellbedingten Hörstörung dargestellt werden. Verhaltensuntersuchungen sollen zudem die Aufklärung funktioneller Folgen einer vermuteten kombinierten audio-vestibulären Schädigung erlauben.
Ein zweites Modell für dieses Projekt bildet ein intracochleäres Trauma nach, wie es durch eine Cochlea-Implantation entsteht. Dies ist von direkter klinischer Relevanz, da die Cochlea-Implantation heute bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit eine wichtige Methode für die Wiederherstellung des Hörvermögens ist. Vorübergehende oder permanente Gleichgewichtsprobleme stellen dabei die häufigste Komplikation dar. Neben direkten Schädigungen durch den chirurgischen Eingriff könnten eine Entzündungs- und Fremdkörperreaktion sowie Gewebsneubildung im Innenohr mögliche Ursachen sein. Bisherige Ansätze, die auf den Erhalt des Resthörvermögens abzielen, könnten in Zukunft auch für den Schutz der vestibulären Funktion von Nutzen sein und sollen daher hier experimentell untersucht werden.
Methoden: Tiermodelle. Zwei Tiermodelle kommen in diesem Projekt zum Einsatz. Bei einem Rattenmodell für die einseitige chemische Labyrinthekotmie erfolgt die Ausschaltung des peripheren Gleichgewichtsorgans mittels einer Verabreichung von Natriumhydrogenarsanilat in das Mittelohr. Im vorliegenden Projekt soll in diesem Modell die gemeinsame Entstehung einer chemisch bedingten Schädigung von Hör- und Gleichgewichts-organ nachvollzogen werden.
Ein weiteres Tiermodell für ein intracochleäres Trauma basiert auf der Einführung eines funktionslosen Scheinimplantats, das in der Dimension und anhand der Materialien einem handelsüblichen Cochlea-Implantat entspricht, in die Hörschnecke. Damit werden das operative Trauma und die anschließende Fremdkörperreaktion nachgebildet. Dies erlaubt es, die vestibulären Folgen einer Cochlea-Implantation an einem gut standardisierbaren Modell nachzuvollziehen.

Hörtestung im Tiermodell. Frühe akustisch evozierte Potentiale (Hirnstamm¬audiometrie/auditory brainstem responses [ABR]) werden zur Ermittlung der Hörschwelle nach Stimulation über Ohrsteckhörer in den Frequenzen von 0,5 bis 32 kHz abgeleitet. Die Untersuchungen erfolgen in einer schalldichten Kammer. Im vorliegenden Projekt soll damit die Hörfunktion vor und nach Intervention und in einem Nachbeobachtungszeitraum objektiv nachvollzogen werden.

Gleichgewichtstestung im Tiermodell. Zwei Verfahren werden zur Ermittlung der Gleichgewichts-funktion bei Ratten eingesetzt. Mittels eines Punktesystems werden klinische Zeichen einer Gleichgewichtsstörung semiquantitativ erfasst. Eine apparative Ganganalyse erfolgt mit einer teilweise automatisierten Laufbahn.

Verhaltensuntersuchung im Tiermodell. Ängstlichkeit und Erkundungsdrang der Tiere werden in einem leeren umzäunten Areal untersucht (open field). Eine weitere Untersuchungsmethode für die Testung der Navigation anhand akustischer Umgebungsreize soll im Rahmen dieses Projekts neu etabliert werden (modifiziertes T-Maze mit auditorischen Reizen).

Funktionelle Bildgebung im Tiermodell. Die Funktion der Hör- und Gleichgewichtsbahn im Gehirn wird durch eine kombinierte Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie (PET-CT) dargestellt. Zur Markierung wird den Tieren radioaktiv markierte Fluordesoxyglucose [18F] verabreicht. Die Untersuchung erfolgt in einem speziell für Kleintiere geeigneten Gerät (µPET).
Anfangsdatum: 1. Juli 2018
Geschätzte Dauer: 2,5
Bezahlung: 65% TVL-E13
Papers:
Sonstiges:

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